Unter 7 – über 70

Unter 7 – über 70

Was vor 10 Jahren als Projektidee begann, war der Anstoß einer intensiven Zusammenarbeit zwischen Alten- Wohn- und Pflegeheim und des Praxiskindergartens Blasenberg.

Unter 7 – über 70, so wurde das Projekt von Renate Schmidt, Elementarpädagogin mit Schwerpunkt Elementare Musikpädagogik, bezeichnet, welches BewohnerInnen des Alten- Wohn- und Pflegeheims des Antoniushauses und Kinder des Praxiskindergartens zu gemeinsamen musikalischen Angeboten zusammenführte.

Der Um- und Neubau des Antoniushauses brachte für die Elementarpädagoginnen eine qualitative Verbesserung durch die Nutzung neuer Räumlichkeiten, wie den Pfarrer Josef Häusle Saal im Neubau des Antoniushauses. Dieser Saal ermöglichte eine vielseitige Verwendung für Angebote im Kindergartenbereich: Elternabende, Feste und Feiern mit den Kindern und Bewohnern des Antoniushauses, Hospitationen für Schulklassen der BAfEP, Mittagstisch für Eltern und Kinder, Fortbildungen, Theateraufführungen u.v.m.

Die gemeinsame Arbeit mit den MitarbeiterInnen des Antoniushauses war immer geprägt von Respekt und gegenseitiger Wertschätzung füreinander. Kurze Begegnungen und Gespräche, Grillfeste am Vorplatz, gemeinsame Weihnachtsfeiern, freundliche Gesten waren und sind Ausdruck dieser Wertschätzung.

Die Pandemie hat viele dieser Angebote eingeschränkt. Umso mehr wünschen wir uns, diese gewachsenen Beziehungen und Strukturen für Erwachsene und Kinder wieder spürbar und erlebbar zu machen.

Am 20.11.22 fand anlässlich 50 Jahre Antoniushaus und 10 Jahre Haus der Generationen (Neu- und Umbau Altersheim und Kindergarten) eine festliche Matinee statt, welche von einigen Kindern der Elefantengruppe musikalisch umrahmt wurde.

Bundesminister Johannes Rauch, Landesrätin Katharina Wiesflecker, Landtagspräsident Mag. Harald Sonderegger, Dr. Albert Lina, Mag. Clemens Schmölz, Bürgermeister Wolfgang Matt, Günter Lampert sowie alle anderen Gäste konnten Einblick in die Elementarpädagogik gewinnen und haben gemeinsam mit den Kindern ein Lied gesungen.

Mehr zu lesen gibt es unter: www.antoniushaus.at

Text: Christine Krumböck

Fotos: Helmut Lercher

St. Martin, wir zünden dir zu Ehren ein Lichtlein an!

Die Vorfreude der Bärenkinder war groß, als am Montagmorgen endlich die Generalprobe für das Martinsfest stattfand, denn sie wussten, dass es nun bis zum Abend nicht mehr lange dauerte. Die Schülerinnen der 3. Klasse buken mit den Kindern gemeinsam köstliche Brötchen, damit das Ritual des Teilens am Abend zu ermöglichen. In der Abenddämmerung versammelten sich dann viele Laternen tragende Kinder um singend zur St. Antoniuskapelle in Tisis zu spazieren. Andächtig trugen die Kinder ihre selbstgemachten Laternen, denn auf die brennende Kerze musste besonders achtgegeben werden. Das Singen des Laternenliedes unterstützte die Kinder dabei in ihrer Konzentration.

Alle Eltern und Geschwisterkinder waren gekommen um den Laternenzug zu begleiten. Es war ein feierlicher Moment, als die Kinder in die stimmungsvoll beleuchtete Kapelle eintraten. Für manche Kinder war dies ihr erster Besuch in einer Kirche. Das Spiel der Martinslegende, mit dem symbolischen Teilen des Mantels mit dem Bettler, bildete den Höhepunkt. Martins Leben und Wirken konnten die Kinder durch das Rollenspiel und das Lied „Sankt Martin, unser heiliger Mann“ verinnerlichen und so freuten sie sich auf den Moment des Brotteilens mit ihren Familien. Mit den hell leuchtenden Laternen machten sich die Kinder und ihre Familien danach auf den Weg nachhause. So manche Kinderstimme war in der Dunkelheit noch zu hören: „Jeder kann wie Martin, sein. Alle Menschen groß und klein. Teile ich ein Stück, Liebe kehrt zurück, Martin welch ein Glück!“

Text: Bettina Gehrer

Fotos: Mandy Della Volpe, Katharina Mayer, Kathrin Burtscher

Schnecken, Schnecken, überall Schnecken

Auf Wiesen und unter Büschen im Garten, in Gläsern im Morgenkreis, im Terrarium, im Gruppenraum, auf Händen, Stirn und Armen… überall begegnen wir diesen wunderschönen Weinbergschnecken.

Seit vergangenem Herbst suchen die Kinder täglich alle Arten von Schnecken im Garten unseres Kindergartens. Diesen Impuls der Kinder haben wir aufgegriffen und beschäftigen uns seit einigen Wochen intensiv mit dem Thema Schnecken.

Am meisten beeindruckt uns die Weinbergschnecke aus der Familie der Schnirkelschnecken. Die Verschiedenartigkeit der Schneckenhäuser bringt uns immer wieder zum Staunen. Aber auch Nacktschnecken wecken das Interesse einzelner Kinder.

Durch die Beschäftigung und Vertiefung mit der Natur sind die Kinder gefordert, sich verantwortungsvoll und umweltbewusst mit der belebten Umwelt in ihrer Umgebung auseinanderzusetzen. Sie übernehmen Handlungskompetenz und erweitern ihr Bewusstsein über ökologische Zusammenhänge.

Neben der Sachkompetenz wollen wir auch die kreativ – gestalterische Kompetenz der Kinder fördern und erweitern. Das Bilderbuch und Hörbuch der „Schnecke Emma“ (Emma: Ohne dich wär‘ die Welt nur halb so schön! von Heidi Leenen) hat uns inspiriert, daraus ein Theaterstück zu entwickeln. Ziel ist es, einen intensiven Gestaltungsprozess anzuregen, den die Kinder selbstwirksam mit Unterstützung von Pädagoginnen und Eltern aktiv umsetzen können.

Zum Abschluss unseres Kindergartenjahres soll eine Aufführung mit Kindern, Eltern und Geschwistern entstehen.

Um es in Schneckenmanier anzugehen: Wir starten jetzt erst mal ganz, ganz langsam.

Bericht: Christine Krumböck

Gesunde Zähne ein Leben lang

Nach langer Zeit durften die Kinder beider Gruppen endlich wieder einmal das Zahnambulatorium in Feldkirch besuchen.

Vor Ort konnten die Kinder die Zahnordination in Ruhe kennenlernen und angstfrei erleben. Das richtige Zähneputzen, anhand eines großen Gebisses, wurde von einer Assistentin vorgezeigt. Jedes Kind kennt „Jacky Beißer“, der uns zweimal im Jahr besucht. Zu unserer großen Überraschung erinnerten sich sogar noch einige Kinder an den Zahnputzspruch und sprachen gleich mit. 

Die Entstehung von Karies, sowie das Zuordnen und Aufzählen von gesunden, beziehungsweise ungesunden Lebensmitteln, war für die Kinder ein leichtes Spiel.  

Selbst einmal „Zahnarzt“ zu sein und einen Patienten behandeln zu dürfen war natürlich ein besonderes Erlebnis. Mit den bestimmten Instrumenten, die auch der Zahnarzt benützt, einmal in den Mund schauen, spülen und absaugen zu dürfen, war eine interessante Erfahrung. Mehrmals wurden die Rollen getauscht. 

In einem anderen Ordinationsraum hat die Zahnärztin dann die Zähne der Kinder einzeln untersucht. Diese Vorsorgeuntersuchung findet im Rahmen des „Zahnprophylaxeprogramms Vorarlberg“ statt. Die Eltern werden schriftlich über den aktuellen Gesundheitszustand der Zähne informiert. 

Mit einem Lächeln im Gesicht verabschiedeten wir uns auf ein baldiges Wiedersehen.

Text: Andrea Fehr / Fotos: Bettina Gehrer

Traditionen leben und erleben – St. Nikolaus im Kindergarten

Kinder erleben die Begegnung mit dem Nikolaus auf ihre eigene, persönliche Weise. Erwachsene geben die eigenen Erfahrungen mit Traditionen und damit verknüpfte Erwartungen oft unreflektiert und unbewusst an die Kinder weiter. Dabei führen von Erwachsenen implizierte Bilder bei den Kindern oft zu unklaren Vorstellungen und können diese verunsichern.

Die Tradition, den Nikolaus in den Kindergarten einzuladen, bietet die Chance, dies für die Kinder zu einem emotional positiven Erlebnis werden zu lassen. Die Auseinandersetzung mit vielfältigen religiösen und weltanschaulichen Traditionen und Werten fördern und unterstützen ein respektvolles Miteinander in der Gruppe. Die Begleitung der Pädagogin gibt Sicherheit und hilft dem Kind dabei, dieser Situation vertrauensvoll zu begegnen. Auch wenn sich vielleicht ein jüngeres Kind noch nicht traut, mutig vor dem Nikolaus zu stehen, kann es die Zuwendung des Nikolaus zu den einzelnen Kindern aus sicherer Entfernung beobachten.

Im Anschluss an die Begegnung mit dem Nikolaus im Garten findet im Gruppenraum an der langen, festlich geschmückten Tafel eine gemeinsame Jause statt.

Danke an Barbara Schmölz und Gerhard Frontull, die diese Tradition im Kindergarten immer wieder zu einem besonderen Fest werden lassen.

Bericht + Fotos: Christine Krumböck

Vorarlberg, Kunst, Farben & Formen – alles gehört zusammen

Nach einer hibbeligen Zugfahrt voller Vorfreude konnte die Elefantengruppe seit langem wieder einmal das Vorarlberger Landesmuseum besuchen. 

Dort erwartete uns eine engagierte Kulturvermittlerin deren Begeisterung auf uns über sprang. Das Erkunden und Entdecken der Kunstobjekte faszinierte die Kinder so sehr, dass sie sich kaum von den Ausstellungsstücken trennen konnten.

Kunstwerke aus Holz, Licht oder anderen Materialien, die Kinder waren von allem verzaubert. Besonders die mit „Betonblüten geschmückte“ Außenfassade wurde von den Kindern bestaunt. 

Doch das Highlight des Tages mag wohl der „schwarze Raum“ gewesen sein. Mit kleinen Fernrohren konnte die Elefantengruppe die Schiffe auf dem Bodensee und im Bregenzer Hafen genauer betrachten.

Zum Thema „Farben“ wurde eine kurze, aber spannende Geschichte einer Prinzessin erzählt die nicht mehr lachen wollte.

Am Ende des Besuches durften die Kinder selbst Künstler sein. Mit denunterschiedlichsten Materialien, wie Korken, Flaschendeckeln, Stempeln, Farben, Stiften oder Papier… wurde eine kunstvolle Schlossmauer gestaltet. Die Kinder haben dabei ganz neue Wege entdeckt, diese Materialien einzusetzen. 

 „Farben und Formen“ wird auch noch in Zukunft ein großes Thema in der Elefantengruppe im Kindergarten bleiben.

Bericht: Eva Österle, 5b der BAfEP / Fotos: Renate Schmidt

„Das bin ja ich!“ – Ausstellung der BAfEP und des PKB im Pulverturm zum Thema „PERSPEKTIVEN“

Wir betreten die Ausstellung und David sieht sich selbst riesengroß: „Das bin ja ich!“. Sich selbst beinahe in voller Körpergröße zu erleben, hat die Kinder sehr beeindruckt. „Das sind ja unsere Fotos!“, bemerkte ein Kind treffend.

Es ist ja auch schon länger her, dass die Fotografin Cornelia Hefel zu uns in die Elefantengruppe kam und uns einen Vormittag mit ihrer Kamera begleitet hat.

Aber nicht nur die eigenen Fotos beeindruckten, auch die Zauberstäbe, die lustigen Uhren, Pilze, Vögel, Bilder und das Bilderbuch „Liebe kennt keine Größe“ inspirierten die Kinder.

Zum Schluss trugen sich alle Kinder mit Namen im Gästebuch ein und die Elefantenkinder teilten mit Herrn Gerhard Petter, Leiter der Ausstellung und Lehrer an der BAfEP, noch ihre Gedanken zum Bilderbuch, denn dies war unter anderem sein Auftrag an die Elefantenkinder.

Solch ein abwechslungsreicher Zugang zur Kunst eröffnet den Kindern eine neue Perspektive auf die Welt und macht sie somit mehr zu ihrer eigenen.

Bericht und Fotos: Renate Schmidt

Diplomarbeitsprojekt von Schülerinnen der HLW Rankweil

Im Rahmen ihres Diplomarbeit Projektes veranstalteten die Schülerinnen Lea Schmid, Patricia Nesensohn und Florentina Tschann am Donnerstag, dem 15.10.2020 einen Workshop mit den Kindern zum Thema Sprachen.

Die Zielsetzung war, den Kindern das Interesse, die Freude an Fremdsprachen und Kulturen anderer Länder zu vermitteln. Schwerpunkt dieses Bildungsangebotes für die Kinder im letzten Kindergartenjahr waren die Länder Frankreich und Spanien mit deren Sprachen.

Altersgerecht und kreativ setzten die Schülerinnen das Angebot mit den Kindern um.

Die Kinder konnten Äpfel vom Baum pflücken, spielten ein Bewegungsspiel mit Farben und erlernten so spielerisch die Farben Gelb, Grün und Rot in französischer Sprache.

Nach dem Morgenkreis, bei dem die Anzahl der Kinder auf spanisch und französisch gezählt wurde, konnten sie an einem Tisch mit den landestypischen Farben und Flaggen ihre Jause essen.

Beim Bewegungsspiel mit spanischer Musik sammelten die Kinder Bilder von Früchten, die sie in spanischer Sprache erkennen und zuordnen mussten. Das spanische Fingerspiel von den verschiedenen Früchten sowie das Füttern des Früchtemonsters haben die Kinder mit großer Begeisterung aufgenommen und aktiv mitgespielt.

Als Geschenk erhielten alle Kinder selbstgemachte Kastagnetten aus Karton und Flaschendeckeln.

Diese Auseinandersetzung – mit zwei den Kindern unbekannten Sprachen –  fördert deren Erfahrungen in der Entwicklung sprachlicher Kompetenzen.

Bericht: Christine Krumböck

 

 

 

Selbstbestimmt genießen – Mittagessen mit jüngeren Kindern

„Soll ich dir beim Schneiden helfen, oder magst du es zuerst einmal alleine probieren?“

Pia, 2 Jahre und 8 Monate antwortet selbstbewusst: „Mag alleine!“

Durch das Respektieren der Meinung von Pia und das Zutrauen, wird ihre Selbstkompetenz gestärkt. Auch wenn etwas verschüttet wird, oder daneben geht, gehört dies zum Erwerb der Eigenständigkeit beim Essen dazu.

Oft stehen Eltern dem Mittagessen im Kindergarten etwas skeptisch oder besorgt gegenüber. „Wird mein Kind auch satt, auch wenn es nicht alles mag?“, stellen sich Eltern oft die Frage. Das Essen unter Gleichaltrigen hat den Vorteil, dass die Kinder voneinander profitieren und lernen können. Hier wird die Erfahrung gemacht, dass die Sorge „etwas essen zu müssen, was man nicht mag“ hinfällig ist, wenn sie sehen, dass ein anderes Kind dies auch nicht machen muss.

Zudem wird der Ehrgeiz von manch einem Kind geweckt, wenn es sieht, dass ein anderes Kind sein Essen schon alleine schneiden kann. Natürlich ist hier eine gewisse Fertigkeit der Feinmotorik erforderlich, die von Mal zu Mal trainiert wird.

Essen hat mit Sinnlichkeit und dem Entdecken neuer Lebensmittel und Speisen zu tun.

Die Kinder entscheiden selbst was sie essen wollen und was nicht. Wir unterstützen die Kinder, indem sie die Speisen zuerst betrachten, riechen und probieren dürfen, sofern sie dies möchten. Ebenso entscheidet das Kind, wenn es genug hat. Um einer Essstörungen bzw. Essfehlern vorzubeugen, ist es besonders wichtig, dass die Kinder ein gutes Gespür für ihre eigenen Bedürfnisse entwickeln.

Apropos genug: An diesem Mittagstisch gab es zur Nachspeise Riebel! Das Personal unserer Küche des Antoniushauses hatte zwei Mal bei uns in der Gruppe angerufen, um zu Fragen, wo der Essenswagen so lange bleibt? Die Kinder aßen genussvoll und sehr ausgiebig – wie man auf den Fotos von Pia gut sehen kann. Genuss pur!

Bericht: Renate Schmidt